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06.08.2026
Interview mit Vorständin Dr. Susanne Weinbrenner

„Prävention gelingt nur gemeinsam - wenn wir evidenzbasiert handeln“

Bei der Wahl des neuen BVPG-Vorstands im Mai wurde Dr. Susanne Weinbrenner erneut als Beisitzerin gewählt. Im Interview spricht die Leiterin der Abteilung Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin und leitende Ärztin bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) über ihre Motivation für die Kandidatur.

Porträt Dr. Susanne Weinbrenner
© Die Hoffotografen Berlin

 

Frau Dr. Weinbrenner, warum haben Sie erneut für das Amt einer Beisitzerin im BVPG-Vorstand kandidiert?

Ich möchte mich dafür einsetzen, dass Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland noch weiter vorangebracht werden. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen möchte ich mich auch künftig in die gesundheitspolitische Diskussion einbringen. In meiner täglichen Arbeit als Leitende Ärztin und Leiterin der Abteilung Prävention, Rehabilitation und Sozialmedizin der Deutschen Rentenversicherung Bund beschäftige ich mich kontinuierlich mit diesen Themen. Dabei ist es mir besonders wichtig, dass Leistungen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und einer belastbaren Evidenz basieren.


Was ist aus Ihrer Sicht das Ziel von Prävention und Gesundheitsförderung?

Unser Ziel sollte es sein, die Lebenswelten der Menschen so zu gestalten, dass gesundheitsförderliches Verhalten möglichst leichtfällt und gute Entscheidungen im Alltag einfacher werden. Die Rahmenbedingungen sollten in allen Lebensphasen so ausgerichtet sein, dass sie einen möglichst hohen gesundheitlichen Nutzen ermöglichen. Entscheidend ist eine gute Verzahnung von Verhaltens- und Verhältnisprävention. Wir müssen also die Gesundheitskompetenz der Menschen stärken und die Strukturen so gestalten, dass sie gesundes Verhalten fördern.


Auf welchen Schwerpunkt setzen Sie?

Ein besonderer Fokus sollte auf den vulnerablen und schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppen liegen, die oft einen hohen Unterstützungsbedarf haben. Diese Menschen müssen wir frühzeitig, aktiv und möglichst passgenau ansprechen, also in einer Form, die ihre Lebensrealität berücksichtigt. Gerade hier zeigt sich, dass eine enge Verzahnung von Verhaltens- und Verhältnisprävention wirksam ist. Wenn wir strukturelle oder regulatorische Maßnahmen mit individuellen Angeboten kombinieren, sind die Chancen deutlich besser, die Menschen zu erreichen. Eine wichtige Rolle können dabei digitale Angebote spielen. Gute Erfahrungen, etwa während der Pandemie in der digitalen Reha-Nachsorge, zeigen, welches Potenzial darin steckt, digitale und analoge Ansätze zu verbinden.


In welcher Rolle sehen Sie die BVPG dabei?

Die BVPG hat in der Prävention eine wichtige Stimme und ist in der Fachcommunity sehr gut vernetzt. Sie nimmt eine zentrale Rolle im Zusammenspiel der Akteure ein und kann den Austausch aktiv mitgestalten und ausbauen. Gleichzeitig fungiert sie als wichtige Beobachterin und Impulsgeberin, indem sie frühzeitig gesundheitliche Trends, Entwicklungen in den Lebenswelten oder in der Versorgung mit präventiven Leistungen erkennt und einordnet. Auf dieser Grundlage lassen sich Probleme frühzeitig benennen und Lösungen anstoßen.


Was haben Sie sich für die nächsten drei Jahre vorgenommen?

Als Beisitzerin im Vorstand möchte ich die BVPG engagiert unterstützen. Aus meiner Sicht gelingen Prävention und Gesundheitsförderung nur gemeinsam - wenn wir Lebenswelten gesund gestalten, evidenzbasiert handeln und alle Akteure vernetzt Verantwortung übernehmen. Um das zu erreichen, will ich mich insbesondere für eine stärkere Vernetzung und eine klare, verlässliche Kommunikation zwischen den Akteuren einsetzen - jeweils mit Blick auf ihre spezifischen Zuständigkeiten und Kompetenzen.


Mit unserer Interviewreihe stellen wir den neuen Vorstand der BVPG vor und zeigen, wer unseren Dachverband in den kommenden Jahren mitgestaltet.

Weitere Informationen zum BVPG-Vorstandsteam finden Sie in unserer Übersichtsseite.

Autor/in

Die Fragen stellte Dr. Sabine Glöser im Auftrag der BVPG e.V.