03.08.2026 Interview mit Vorständin Dr. Andrea Lambeck
„Ernährung ist einer der Hebel, das Gesundheitssystem zu entlasten“
Bei den Vorstandswahlen im Mai 2026 wurde Dr. Andrea Lambeck in ihrem Amt als Beisitzerin im BVPG-Vorstand bestätigt. Die Geschäftsführerin des BerufsVerbands Oecotrophologie e.V. (VDOE) erläutert im Interview ihre Sicht auf die aktuelle Gesundheitspolitik und die Schwerpunkte, die sie im BVPG-Vorstand setzen möchte.
Frau Dr. Lambeck, warum haben Sie erneut für das Amt einer Beisitzerin im BVPG-Vorstand kandidiert?
Zweifellos ist das Thema Ernährung untrennbar mit Prävention und Gesundheitsförderung verbunden. Ich will das Thema in der BVPG stärker voranbringen und mehr Mitglieder aus diesem Handlungsfeld gewinnen. Durch meine langjährige Tätigkeit als Vorstandsvorsitzende und heutige Geschäftsführerin des Berufsverbandes Oecotrophologie (VDOE) sowie frühere berufliche Stationen verfüge ich über ein großes Netzwerk, das ich einbringen möchte.
Wie kann die BVPG von Ihrem Netzwerk profitieren?
Mit meinen Erfahrungen, Kontakten und meiner Fachkompetenz will ich dazu beitragen, unsere gemeinsamen Ziele zu erreichen. Der VDOE vertritt 4.000 Mitglieder, darunter Einzelmitglieder, aber auch Verbände, Unternehmen, Institutionen oder Organisationen. Wir arbeiten unabhängig und verfolgen keine wirtschaftlichen Ziele. Viele unserer Mitglieder sind in unterschiedlichsten Bereichen der Prävention und Gesundheitsförderung aktiv, etwa bei Krankenkassen, in verschiedenen Organisationen, in der Wissenschaft oder in der Praxis. Mein Netzwerk kann also helfen, die Zusammenarbeit in der Prävention und Gesundheitsförderung weiter auszubauen und neue Chancen zu schaffen.
Prävention und Gesundheitsförderung finden in den Lebenswelten statt.
Ja, und genau dort sind unsere Mitglieder aktiv. Sie entwickeln Projekte und erarbeiten Konzepte - oft interdisziplinär, gemeinsam mit, für und in den Lebenswelten der Menschen. In Kitas und Schulen setzen sie Maßnahmen praktisch um. Auch sind sie im betrieblichen Setting und der kommunalen Gesundheitsförderung tätig. Außerdem begleiten sie Maßnahmen wissenschaftlich.
Welche gesundheitspolitische Bedeutung hat das Thema Ernährung für Sie?
Das Thema Ernährung ist im Präventionsgesetz verankert und eines der Handlungsfelder im Leitfaden Prävention. Für mich ist klar, dass Ernährung einer der Hebel ist, über den wir Gesundheit verbessern, das Gesundheitssystem entlasten und gleichzeitig mehr Nachhaltigkeit erreichen können.
Was haben Sie sich für die nächsten drei Jahre vorgenommen?
Ich will daran mitwirken, die BVPG-Mitglieder und unsere Partner aus Praxis, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik besser und gezielter zu vernetzen - und zwar so, dass wir unsere Ressourcen optimal einsetzen. Dabei geht es mir nicht nur um Ernährung, sondern um alle Handlungsfelder der Prävention und Gesundheitsförderung. Ich sehe dort großes Potenzial, Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen. Dieses Potenzial möchte ich auch für die BVPG nutzen. Am Ende geht es darum, die Strukturen in der Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland wirksam zu verbessern.
Mit unserer Interviewreihe stellen wir den neuen Vorstand der BVPG vor und zeigen, wer unseren Dachverband in den kommenden Jahren mitgestaltet.
Weitere Informationen zum BVPG-Vorstandsteam finden Sie in unserer Übersichtsseite.
