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Gastbeitrag von Dr. Ute Schwartz und Thomas Hartmann

„Gemeinsam Mehrwerte schaffen und Health in all Policies verwirklichen!“

Dr. Ute Schwartz, Bundesministerium für Gesundheit (BMG), und Thomas Hartmann, Bundesministerium für Verkehr (BMV) berichten in ihrem Gastbeitrag zur BVPG-Statuskonferenz 2025 „Bewegung, Sport und Gesundheit“ über die erfolgreiche Umsetzung des ressortübergreifenden Dialogs „Aktive Mobilität und Gesundheit“.

Porträt Dr. Ute Schwartz, Bundesministerium für Gesundheit (links) und Thomas Hartmann, Bundesministerium für Verkehr (rechts)
© Fotostudio Sachsse/© Bundesministerium für Verkehr

 

Bewegungsförderung ist ein gesundheitspolitisch zentraler Aspekt der Gesundheitsförderung und Prävention. Ein körperlich aktiver Lebensstil trägt nicht nur zur Prävention chronischer, nichtübertragbarer Erkrankungen bei, sondern senkt auch das Risiko einer vorzeitigen Erwerbsunfähigkeit sowie Pflegebedürftigkeit.

Dem vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) initiierten Runden Tisch Bewegung und Gesundheit ist es gelungen, in einem sektorenübergreifenden Dialog mit Akteuren aus Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden, Sozialversicherungsträgern und Sozialpartnern, Verbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen gemeinsam an Lösungen für mehr Bewegung in Deutschland zu arbeiten. Die beteiligten Institutionen haben sich verpflichtet, identifizierte Lücken in ihrem Zuständigkeitsbereich mit vielversprechenden Maßnahmen zur Förderung von Bewegung anzugehen.

Die Zusammenarbeit ist dringend notwendig: gesundheitsförderliche Bewegung hat viele Bezüge zu anderen Sektoren und Handlungsfeldern wie Arbeit, Verkehr, Umwelt, Ernährung, Sport, Rehabilitation. Es gilt jetzt, den mit dem Runden Tisch begonnenen Dialog weiter in einem gemeinsamen Ansatz fortzusetzen und zu verstetigen. Damit die Aktivitäten die Menschen in ihren Lebenswelten erreichen ist es notwendig, hierzu auf den verschiedenen Politikebenen bedarfsgerechte und dauerhafte Strukturen und Prozesse zu errichten. Das BMG ist diesbezüglich mit zentralen Akteuren im Austausch, um gemeinsam eine tragfähige Lösung zu erarbeiten.

In der Prävention kommen wir nur weiter, wenn wir über alle Politikbereiche, Sektoren und Ebenen hinweg zusammenarbeiten und dadurch gemeinsam Mehrwerte schaffen.


Ein Beispiel:
Aktive Mobilität und Gesundheit: ein gemeinsamer Weg für mehr Lebensqualität

Aktive Mobilität - also die Fortbewegung aus eigener Muskelkraft, insbesondere mit dem Rad oder zu Fuß, auch in Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln - leistet einen entscheidenden Beitrag zu einer gesunden, lebenswerten und klimafreundlichen Zukunft. Für das Bundesministerium für Verkehr (BMV) ist sie ein zentraler Baustein moderner Verkehrspolitik. Gleichzeitig spielt sie für das BMG eine wichtige Rolle in der Prävention und Gesundheitsförderung.


Warum aktive Mobilität so wirksam ist

Alltagsbewegung senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Übergewicht. Zusätzlich trägt sie zu besserem psychischen Wohlbefinden bei und reduziert Stress. Wer aktiv unterwegs ist, fördert also Gesundheit - ganz ohne zusätzlichen Zeitaufwand für Sport. Gleichzeitig profitieren Städte und Gemeinden von weniger Lärm, sauberer Luft und mehr Aufenthaltsqualität.


Die verkehrspolitische Perspektive

Für das BMV ist aktive Mobilität weit mehr als ein Trend. Sie ist eine Antwort auf mehrere Herausforderungen gleichzeitig: steigende Verkehrsbelastung, begrenzter urbaner Raum und der notwendige Beitrag des Verkehrssektors zur Erreichung der Klimaziele. Durch den Ausbau attraktiver, durchgängiger Rad- und Fußverkehrsnetze werden Bedingungen geschaffen, unter denen Menschen sich bewusst für aktive Wege entscheiden können.

Das BMV investiert in sichere Infrastrukturen, moderne Fahrradabstellanlagen und eine bessere Verzahnung mit dem ÖPNV. Hierbei besteht der Anspruch, Mobilität so zu gestalten, dass sie für alle zugänglich ist - unabhängig von Alter, Geschlecht, Einkommen oder Wohnort.


Die gesundheitspolitische Perspektive

Bewegungsförderung gehört zu den effektivsten, nachhaltigsten und kosteneffizientesten Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität der Bevölkerung. Um das große gesundheitliche Potenzial von Bewegung für alle Menschen nutzbar zu machen, ist es notwendig, die Aktivitäten vieler engagierter Institutionen zu bündeln und bedarfsgerecht über die Länder und Kommunen vor Ort in die Lebenswelten zu bringen. Das erfordert eine zielgerichtete Zusammenarbeit, einen kontinuierlichen und strukturierten Austausch und eine fortlaufende, gute Koordination von Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention.


Ressortübergreifend handeln - Health in All Policies umsetzen

So ist aus dem von BMG initiierten „Runden Tisch Bewegung und Gesundheit“der ressortübergreifende Dialog zur Stärkung der aktiven Mobilität und Gesundheit unter gemeinsamer Federführung von BMV und BMG entstanden.

Übergeordnetes Ziel des Dialogs ist die Stärkung der aktiven Mobilität, vor allem bei weniger aktiven Bevölkerungsgruppen in Deutschland. Beteiligte sind neben den genannten Bundesministerien mit ihren nachgeordneten Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen auch die Ressorts für Bildung, Familie, Umwelt, Wohnen und Stadtentwicklung.

Die vom BMV geförderte Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur ist die Grundvoraussetzung für aktive Mobilität. Entscheidend ist jedoch, dass Menschen diese Infrastruktur auch tatsächlich in Anspruch nehmen - und das gelingt nur gemeinsam! Die Schnittstellen und Synergien zwischen Verkehr, Gesundheit und weiteren Sektoren sind vielfältig. Sie müssen erkannt und genutzt werden.

Aktive Mobilität verbindet Verkehr, Gesundheit, Klimaschutz und Lebensqualität. Wenn die Expertise aus all diesen Bereichen gebündelt wird, entsteht ein kraftvoller Impuls für eine moderne Mobilitätskultur. Jeder aktiv zurückgelegte Weg ist ein Beitrag zu einer gesünderen Gesellschaft - und zu einer Zukunft, in der Bewegung selbstverständlich zum Alltag gehört.


BVPG-Blogbeiträge zur Statuskonferenz „Bewegung, Sport und Gesundheit“

Interview mit Prof. Dr. Julika Loss, Robert Koch-Institut (RKI): „Menschen begegnen im Alltag zahlreichen Barrieren, die Bewegung erschweren“

Interview mit Prof. Dr. Klaus Pfeifer, Lehrstuhl für Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Bewegung und Gesundheit an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: „Körperliche Aktivität: mehr Gesundheit, weniger ökonomische Belastung“

Gastbeitrag von Dr. Malte Bödeker und Dr. Anna Streber, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) : „Bewegung und Sport: wichtig für unsere Gesundheit und die Gesellschaft

Weitere Informationen zur BVPG-Statuskonferenz „Bewegung, Sport und Gesundheit“ finden Sie hier.

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Dr. Ute Schwartz | Die Ärztin für Allgemeinmedizin und Gesundheitswissenschaftlerin ist Leiterin des Referats 325 Nichtübertragbare Krankheiten, Kinder- und Jugendmedizin im Bundesministerium für Gesundheit. Ein Arbeitsschwerpunkt des Referats ist, mit Blick auf die Prävention von NCD (non-communicable diseases), die Stärkung von Bewegungsförderung und eines insgesamt aktiven Lebensstils in der Bevölkerung. Seit 2022 begleitete und gestaltete sie den vom BMG initiierten Runden Tisch Bewegung und Gesundheit.

Thomas Hartmann | Der Diplom-Finanzwirt ist seit 1995 in unterschiedlichen Funktionen im Bundesbau- und Bundesverkehrsministerium tätig. Er war beispielsweise zuständig für das Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ und Leiter des Referats „Stadtumbau Ost und West“. Seit 2015 leitet er das Referat „Radverkehr und Fußverkehr“ im Bundesministerium für Verkehr.

Weiterführende Links:

Bundesministerium für Verkehr | Dialog aktive Mobilität und Gesundheit

Positionspapier „Gesund unterwegs - Aktive Mobilität als Gesundheitsressource“

Bundesministerium für Gesundheit | Bewegungsförderung