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Zusammenfassung und Ausblick



Perspektiven für die Bewegungsförderung


„Zur bundesweiten Bewegungsförderung bleiben bereits bestehende Potenziale ungenutzt. Zur Gesundheitsförderung durch Bewegungsförderung müssen bereits vorhandene Potentiale vernetzt, strategisch gesteuert und praktisch koordiniert werden.“

Angelika Baldus |
Deutscher Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie e.V.

Angelika Baldus
© Drathen

Die BVPG-Statuskonferenz „Bewegung, Sport und Gesundheit" hat deutlich gemacht, dass Bewegungsförderung und bewegungsbezogene Gesundheitskompetenz zentrale Pfeiler einer zukunftsfähigen Präventions- und Gesundheitsstrategie in Deutschland sind. Die Beiträge aus Politik, Wissenschaft und Praxis bestätigten übereinstimmend: Bewegung wirkt, sie ist wissenschaftlich klar belegt, gesellschaftlich notwendig und gesundheitspolitisch gewollt.

Ein zentrales Fazit der Konferenz ist der gemeinsame Befund, dass Bewegung im Sinne eines Health in All Policies-Ansatzes noch konsequenter als ressortübergreifendes Querschnittsthema verankert werden muss. Die Nationalen Empfehlungen zur Bewegungsförderung liefern hierfür eine evidenzbasierte Grundlage. Gleichzeitig unterstreicht die zunehmende Zahl multimorbider Menschen die Notwendigkeit, Prävention stärker sekundär- und tertiärpräventiv auszurichten und Bewegungsförderung intensiver in gesundheitsnahe, rehabilitative und versorgungsbezogene Strukturen zu integrieren.

Die Diskussionen machten zudem sichtbar, dass es in Deutschland bereits viele engagierte Akteurinnen und Akteure, Programme und Angebote gibt - diese jedoch häufig parallel oder unzureichend vernetzt arbeiten. Projekte wie „SAMBA - Sicher Aktiver Mit Begleitung, Alltags-Training" haben gezeigt, dass das Potenzial deutlich höher liegt, wenn vorhandene Ressourcen systematisch zusammengeführt und gesteuert werden.

Als zentrale Zukunftsaufgabe wurde daher eine bessere Vernetzung, Koordination und Transparenz bestehender Angebote hervorgehoben, ohne dabei neue, kostenintensive Institutionen aufzubauen. Insbesondere wurde die Zusammenführung und der Ausbau vorhandener Datenbanken - etwa zu zertifizierten Präventionskursen, Rehabilitationssport oder Nachsorgeangeboten - über Sektorengrenzen hinweg genannt. Eine solche integrierte Übersicht würde es ermöglichen, Bewegungsangebote bedarfsgerecht, niedrigschwellig und zielgruppenspezifisch zu steuern.

Den Kommunen kommt dabei eine besondere Rolle zu: Sie sind Orte der Koordination, Information und Lotsenfunktionen. Durch qualifizierte „Kümmerer” und die Einbindung von Hausarztpraxen, Apotheken, Sportvereinen und dem organisierten Sport können Menschen gezielt an für sie geeignete Bewegungsangebote vermittelt werden.

Die Konferenz hat eindrucksvoll gezeigt, dass Bewegung ihr gesundheitsförderliches Potenzial nur entfalten kann, wenn sie vernetzt gedacht, strategisch gesteuert und praktisch koordiniert wird. Die BVPG-Statuskonferenz hat hierfür wichtige Impulse gesetzt, die Politik, Gesundheitswesen, Kommunen und der organisierte Sport in den kommenden Jahren gemeinsam aufgreifen sollten!


Angelika Baldus | Seit 2018 Hauptamtlicher Vorstand des Deutschen Verbands für Gesundheitssport und Sporttherapie e.V. (DVGS), seit 1990 Geschäftsführerin des DVGS; Studium Lehramt mit 1. und 2. Staatsexamen für Sport und Geschichte Sek. I und II; Qualitätsauditorin TÜV.



Weitere Informationen zur BVPG-Statuskonferenz „Bewegung, Sport und Gesundheit“ finden Sie hier.