Agenda-Sendung des Deutschlandfunks
DLF-Interview: Prävention in Deutschland - Herausforderungen und Handlungsansätze
In der Agenda-Sendung des Deutschlandfunks diskutierte BVPG-Vizepräsidentin Dr. Anja Maria Rittner, Verband der Ersatzkassen, gemeinsam mit Simone Borchardt MdB und Johannes Nießen, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), warum Deutschland in der Sachen Prävention Nachholbedarf hat und welche politischen und strukturellen Ansätze zielführend sind.
Die Sendung „Agenda“ des Deutschlandfunks (DLF) beleuchtet aktuelle gesellschaftliche Themen und bringt Expertinnen und Experten mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen zusammen. Unter dem Titel „Fit ins neue Jahr? Warum Deutschland bei der Gesundheitsprävention versagt“ erörterten Dr. Anja Maria Rittner, Leiterin der Abteilung Gesundheit und der Stabsstelle Innovation im Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) und Vize-Präsidentin der BVPG, Simone Borchardt MdB, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, und Dr. Johannes Nießen, kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), in der Agenda Sendung vom 7. Januar, wo die Bruchstellen im Gesundheitssystem liegen.
Dr. Anna Maria Rittner ordnet die Debatte um Zucker, Tabak und Alkohol ein und erläuterte, warum Prävention aus ihrer Sicht über individuelles Verhalten hinausgehen muss: „In der Diskussion um Zucker - aber auch bei Tabak und Alkohol - herrscht eigentlich Einigkeit darüber, was wirkt. Die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation liegen seit Jahren auf dem Tisch. Strittig ist weniger das Was, sondern das Wie konsequent wir Prävention politisch angehen. Aus meiner Sicht müssen wir weg von der Idee, dass Gesundheit allein individuelle Disziplin ist. Entscheidend ist, ob die Rahmenbedingungen so gestaltet sind, dass gesündere Entscheidungen im Alltag naheliegen.“
Rittner betonte, dass es gerade deshalb eines besseren Zusammenspiels aller Politikbereiche bedürfe. Prävention funktioniere nicht isoliert im Gesundheitssektor. Das aktuelle Zeitfenster sei günstig, da über Produktivität, Fachkräftesicherung und die finanzielle Stabilität der sozialen Sicherungssysteme diskutiert werde. „All dies ist ohne gesunde Menschen nicht zu erreichen. Prävention ist kein schneller Effekt, aber der nachhaltigste. Wir müssen jetzt vom Wissen ins Handeln kommen!“, forderte Rittner.
