Online-Befragung

Studie zur psychischen Gesundheit in Zeiten multipler Krisen

Die Pronova BKK hat Psychiaterinnen und Psychiater sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten nach der Entwicklung der psychischen Gesundheit ihrer Patientinnen und Patienten im Verlauf der letzten drei Jahre, die durch unterschiedliche Krisen geprägt waren, befragt.

Frau im Therapiegespräch
© Photographee.eu - stock.adobe.com

 

Eine neue Studie der Pronova BKK zeigt, dass die letzten Jahre, die durch diverse Krisen (Corona-Pandemie, Ukraine-Kriege, Klimakrise, Inflation) geprägt waren, sich massiv auf das Leben und die Gesundheit der Menschen ausgewirkt haben.

In einer bundesweiten Onlinebefragung wurden zwischen Januar und Februar 2023 insgesamt 150 Psychiaterinnen und Psychiater sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aus Kliniken und dem niedergelassenen Bereich zur Entwicklung der psychischen Gesundheit der Menschen im Verlauf der Jahre 2020-2022 befragt.

87 Prozent der Psychiaterinnen und Psychiater sowie der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten berichten, dass die schnelle Folge der Krisen einen besonders negativen Einfluss auf die Psyche ihrer Patientinnen und Patienten hat. 80 Prozent der Befragten gaben an, dass die Terminanfragen, im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie, stetig zugenommen haben. Als besonders häufige Diagnosen wurden in den letzten drei Jahren Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit, bei den affektiven Störungen Depressionen festgestellt.
Die Expertinnen und Experten berichten, dass die Krisenjahre insbesondere bei Frauen zu psychischen Beschwerden geführt haben. Die Studie zeigt weiterhin, dass 18- bis unter 30-Jährige sowie Familien mit Kindern im Haushalt besonders unter den Folgen der Corona-Pandemie leiden, während bei Älteren und Alleinstehenden die Beschwerden verstärkt durch Inflation und gestiegene Lebenshaltungskosten ausgelöst werden.

Als Fazit fordern die Befragten mehr und schneller verfügbare Therapieplätze - sie trügen am stärksten zur Verbesserung der psychischen Gesundheit bei. Etwa 60 Prozent meinen auch, dass digitale Angebote, wie Gesundheits-Apps zur interaktiven Selbsthilfe, dabei helfen, die Zeit sinnvoll zu nutzen, bis ein Therapieplatz verfügbar ist.


Hier geht es zur Studie „Psychische Gesundheit in der Krise 2023”.


Cookie löschen