Journal of Health Monitoring

Robert Koch Colloquium 2022: Klimawandel und Public Health

Eine Sonderausgabe der Fachzeitschrift Journal of Health Monitoring des Robert Koch-Instituts widmet sich dem Thema „Klimawandel und Public Health” und thematisiert unterschiedliche Aspekte der Beziehung zwischen Klimawandel und Gesundheit.

Das öffentliche Gesundheitswesen hat viele Möglichkeiten, die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels proaktiv anzugehen. Public Health-Expertinnen und -Experten spielen bei der Prävention klimabedingter Krankheiten eine entscheidende Rolle.

2022 wurde im Robert Koch-Institut (RKI) die Geschäftsstelle für Klimawandel und Gesundheit eingerichtet, die alle internen und externen Aktivitäten sowie externe Anfragen und Kooperationen zu diesem Thema koordiniert. Dem RKI kommt somit eine wichtige Rolle bei der Anpassung an den Klimawandel und dessen Abschwächung zu.

Aufgrund der Relevanz des Themas wurde für das „Robert Koch Colloquium” 2022 das Thema „Klimawandel und Public Health” gewählt. Die Vorträge und Podiumsdiskussion dieses Colloquiums wurden nun in einer Ausgabe des Journal of Health Monitoring veröffentlicht. Jeder Vortrag befasste sich mit einem spezifischen Aspekt der Beziehung zwischen Klimawandel und Gesundheit wie z. B. der Planetary Health-Perspektive auf Klimakrise und Gesundheit oder den Auswirkungen klimabedingter Gefahren auf Gesundheit und Wohlbefinden vulnerabler Gruppen in Europa. Weitere Themen sind die Zusammenhänge zwischen mikrobieller Virulenz, Säugetieren und Klimawandel sowie Klimawandel und vektorübertragene Erkrankungen.


Klimakrise und Gesundheit: eine Planetary Health-Perspektive

Prof.in Dr. Sabine Gabrysch, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PKI), stellt in Ihrem Vortrag „Klimakrise und Gesundheit: eine Planetary Health-Perspektive” heraus, wie sehr die menschliche Gesundheit vom Funktionieren der Ökosysteme und einem stabilen Klima abhängt. Sie schlägt eine positive Transformation hin zu Heilung, Wohlbefinden und Lebensqualität für Mensch und Planet vor. Eine grundlegende Veränderung unseres Weltbildes, unserer Beziehung zur Natur und unserer Werte sei notwendig. Dieser tiefgreifende gesellschaftliche Wandel komme jedoch nicht von selbst und nicht von oben, so Gabrysch. Eine Aufzeichnung ihres Vortrags finden Sie hier (YouTube).


Klimabedingte Auswirkungen betreffen vor allem vulnerable Gruppen

Dr. Aleksandra Kazmierczak, European Environment Agency, betont, dass die öffentliche Verwaltung, die Zivilgesellschaft und der private Sektor aus verschiedenen Bereichen, einschließlich des Gesundheitswesens, aber auch der Raumplanung und des Bauwesens, in die Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels einbezogen werden sollten, um die Entwicklung gerechter Anpassungsmaßnahmen zu ermöglichen.

Die gesamte Sonderausgabe S4/2022 „Klimawandel und Public Health - Abstracts zum Robert Koch Colloquium 2022” steht auf der Website des RKI zum kostenlosen Download bereit.


BVPG-Blog: Interview zum Präventionsforum 2022

Auch das Präventionsforum 2022 der Nationalen Präventionskonferenz (NPK) widmet sich dem gesundheitlichen Einfluss des Klimawandels. Mit Prof. Dr. Susanne Moebus, die die Leiterin des Instituts für Urban Public Health am Universitätsklinikum Essen ist und die Keynote im Rahmen des diesjährigen Präventionsforums hält, haben wir ein Interview zu „Klimawandel und Gesundheit - Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten” geführt. Das Interview erscheint in Kürze auf www.bvpgblog.de

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