GKV-Präventionsbericht 2021

Corona-Pandemie beeinflusst Aktivitäten der Krankenkassen

Im GKV-Präventionsbericht 2021 spiegeln sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie in den Ausgaben zur Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten, in Betrieben und für einzelne Versicherte wider. Trotz der Pandemie konnten etwa zwei Drittel der Aktivitäten fortgeführt werden, häufig in veränderter, digitaler oder eingeschränkter Form.

Im Präventionsbericht des GKV-Spitzenverbandes und seines Medizinischen Dienstes (MDS) werden jährlich die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung dokumentiert. Das umfasst die Aktivitäten der Krankenkassen in nichtbetrieblichen Lebenswelten (Kitas, Schulen und Kommunen), in Betrieben und die Nutzung von Präventionskurse durch Versicherte. 

Durch den Beschluss des "Zweiten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" vom 19. Mai 2020 wurde der gesetzliche Orientierungswert der Krankenkassen für Prävention und die Mindestausgabenwerte für das lebensweltbezogene Engagement, die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) sowie die Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen für 2020 ausgesetzt. Dem Wegfall der gesetzlichen Zahlungsverpflichtung stand die BVPG kritisch gegenüber, wenngleich sie die gesetzlichen Anpassungen zur besseren Reaktion auf die epidemische Lage befürwortete. 


Weniger Präventionsaktivitäten in 2020 umsetzbar

Die Krankenkassen konnten im Jahr 2020 36.311 Lebenswelten wie Kitas, Schulen und Kommunen mit Präventionsmaßnahmen erreichen, die zum Teil allerdings eingeschränkt oder in veränderter Form stattgefunden haben. Das sind 81 Prozent des Vorjahresniveaus.

Im Bereich der BGF konnten 2020 selbst unter den begrenzenden Bedingungen von Homeoffice und räumlichen Beschränkungen 16.742 Betriebe und 1.951.975 Beschäftigte angesprochen werden. Die Anzahl der erreichten Betriebe ist damit im Vergleich zu 2019 um 28 Prozent, die der erreichten Beschäftigten um 14 Prozent zurückgegangen.

Die Nutzung individueller Kursangebote lag 2020 bei insgesamt 1.157.305 Teilnahmen und war damit 36 Prozent geringer als im Vorjahr. Dass sie in dieser Anzahl überhaupt stattfinden konnten, machten die Covid-19-Sonderregelungen etwa zu Streaming-Angeboten möglich, die die Krankenkassen für die Kursnutzung aufgelegt haben.

Trotz der Corona-Pandemie konnten 2020 auch in 1.866 stationären Pflegeeinrichtungen Präventionsangebote umgesetzt werden und damit in acht Prozent weniger als im Vorjahr, der Rückgang bei den vorbereitenden Leistungen der Pflegekassen in stationären Pflegeeinrichtungen lag bei 16 Prozent.


Zwei Drittel der Aktivitäten fortgesetzt

Der GKV-Präventionsbericht 2021 wurde durch eine Befragung von über 100 Kranken- und Pflegekassen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesundheitsförderung und Prävention ergänzt, die das IGES Institut von April bis Juli 2021 auf Initiative des GKV-Spitzenverbandes durchgeführt hat. Das IGES Institut ist ein unabhängiges Forschungs- und Beratungsinstitut für Infrastruktur- und Gesundheitsfragen. Die Umfrage bezog sich auf Aktivitäten in den Lebenswelten Kindertagesstätte, Schule und Kommune, in Betrieben, überbetrieblichen Netzwerken und stationären Pflegeeinrichtungen.

Sie ergab u.a., dass trotz der Corona-Pandemie etwa zwei Drittel der Aktivitäten fortgeführt werden konnten, häufig in veränderter, digitaler oder eingeschränkter Form. Das bedeutet aber auch, dass jedes dritte Präventionsangebot wegen Corona abgebrochen werden musste. Der überwiegende Anteil der befragten Kranken- und Pflegekassen gab zudem an, die gemeinsamen Strukturen zur Gesundheitsförderung aufrechterhalten zu haben. Dies ermöglichte es, unter Pandemie-Bedingungen flexibel zu agieren und Maßnahmen der Lage entsprechend anzupassen.


Nichtübertragbare Krankheiten im Blick behalten

Die Corona-Pandemie macht sich im gesamten gesellschaftlichen Leben bemerkbar - so auch in der Prävention und Gesundheitsförderung, wie der GKV-Präventionsbericht 2021 zeigt. Die Pandemie und deren Folgen zeigen, wie wichtig u.a. die Themen "Bewegung", "psychische Belastung", "Work-Life-Balance" und "Einsamkeit" sind und unterstreichen die Notwendigkeit, gesundheitliche Ressourcen zu stärken und Belastungen abzubauen.

Deshalb müsse man gemeinsam mit allen verantwortlichen Partnern bezüglich des Gesundheitsförderungs- und Präventionsengagements wieder zum Stand vor der Corona-Pandemie zurückkehren, so Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. Das betrifft vor allem auch die Aktivitäten zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (non-communicable diseases, NCDs).

Auch die BVPG spricht sich dafür aus: Es müsse darüber nachgedacht werden, das Gesundheitssystem auch nach der Corona-Pandemie nachhaltig zu stärken. "Maßnahmen der Primärprävention und Gesundheitsförderung - für übertragbare und nicht übertragbare Krankheiten gleichermaßen von entscheidender Bedeutung - sind dafür unverzichtbar", so Ute Bertram, Präsidentin der BVPG.


Auf der Website des GKV-Spitzenverbandes steht der GKV-Präventionsbericht 2021 zum kostenfreien Download zur Verfügung. 

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