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GEDA-Studie: Gesundheit in Deutschland aktuell

Neue Daten zur gesundheitlichen Lage in Deutschland

Die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) ist eine bevölkerungsrepräsentative Gesundheitsbefragung und stellt Informationen über den Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten und die gesundheitliche Versorgung der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland bereit. Das Journal of Health Monitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) berichtet in drei Focus-Beiträgen über die aktuellen Ergebnisse der GEDA-Befragungswelle 2019/2020.

Menschen im Einkaufszentrum
© Andris Piebalgs - Fotolia.com

 

Die Studie "Gesundheit in Deutschland aktuell" (GEDA), eine bevölkerungsrepräsentative Gesundheitsbefragung bei Erwachsenen in Deutschland, ist ein wesentliches Standbein des kontinuierlichen Gesundheitsmonitorings am Robert Koch-Institut (RKI). Die GEDA 2019/2020-EHIS ist die fünfte Folgeerhebung. Sie trägt zur gezielten Gesundheitsüberwachung (Surveillance), zur Prävention und Eindämmung nichtübertragbarer Krankheiten (non-communicable diseases, NCDs) sowie zur Förderung von körperlicher und psychischer Gesundheit auf nationaler Ebene bei.

Der Fragebogen des europäischen Gesundheitssurveys (European Health Interview Survey, EHIS), der alle fünf Jahre zur Bestandsaufnahme der gesundheitlichen Lage in der Bevölkerung ab 15 Jahren durchgeführt wird, ist seit 2014/2015 in der GEDA-Studie integriert. Dadurch werden zuverlässige Informationen über den Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten und die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung in Deutschland bereitgestellt. Gleichzeitig wird die Möglichkeit zum europäischen Vergleich eröffnet.

Die Ausgabe 3/2021 des Journal of Health Monitoring des RKI "Gesundheitliche Lage der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland - Ergebnisse der Studie GEDA 2019/2020-EHIS" umfasst drei Focus-Beiträge mit aktuellen und ausgewählten Ergebnissen der GEDA 2019/2020-EHIS sowie einen Beitrag zum Hintergrund und Methodik der Studie (mit Fragebogen).


GEDA: Ergebnisse zu gesundheitsfördernden Verhaltensweisen

Zwischen April 2019 und September 2020 fand die Datenerhebung statt. Dadurch wurde auch der Zeitraum der durch die COVID-19-Pandemie bedingten Phase der Kontaktbeschränkungen zwischen Mitte März und Anfang Juni 2020 eingeschlossen. An der telefonischen Befragung haben 23.001 Erwachsene (ab 15 Jahren) teilgenommen.

In Bezug auf gesundheitsfördernde Verhaltensweisen bei Erwachsenen in Deutschland zeigt sich, dass es jungen Erwachsenen (18 bis 29 Jahre) am häufigsten gelingt, einen gesundheitsfördernden Lebensstil zu realisieren und vier oder fünf der empfohlenen Verhaltensweisen zu kombinieren. Zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil zählen Verhaltensweisen wie Nichtrauchen, risikoarmer Alkoholkonsum, das Erreichen der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Ausdaueraktivität und Körpergewicht sowie mindestens täglicher Obst- und Gemüsekonsum.

Für den Zeitraum der pandemiebedingten Maßnahmen zeigen erste Auswertungen zu möglichen Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten im Vergleich zu 2019 eine Abnahme der Zahl der Tabakrauchenden und ein höheres Körpergewicht sowie einen höheren Body- Mass-Index (BMI).


Gesunde Entscheidung zur leichteren Entscheidung machen

Die Ergebnisse belegen insgesamt, dass sich gesundheitsbezogene Verhaltensweisen zwischen Altersgruppen und zwischen Geschlechtern zum Teil deutlich unterscheiden. Neben Alter und Geschlecht konnte der Zusammenhang von günstigem Gesundheitsverhalten mit sozioökonomischen Faktoren (erneut) belegt werden: Der Anteil bei Menschen mit höherer Bildung, die ein günstiges Gesundheitsverhalten zeigen, ist höher als der Anteil bei Menschen mit niedrigerer Bildung. Nur im riskanten Alkoholkonsum findet sich eine Abweichung: Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen der hohen Bildungsgruppe häufiger einen riskanten Alkoholkonsum zeigen als Frauen der unteren Bildungsgruppe. Die Daten weisen darauf hin, dass bestimmte gesundheitsfördernde und auch bestimmte riskante Verhaltensweisen gemeinsam auftreten. Präventive und gesundheitsförderliche Maßnahmen sollten deshalb möglichst an die heterogenen Bedarfe, Bedürfnisse und Lebensumstände der Menschen angepasst werden.

Um allen Menschen eine gesundheitsförderliche Verhaltensweise zu ermöglichen, muss die gesunde Entscheidung zur leichteren Entscheidung gemacht werden ("The aim must be to make the healthier choice the easier choice", WHO 1986). Entsprechend müssen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Lebensverhältnisse so gestaltet werden, damit die gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen auch erfüllt werden können, so das Fazit der Autorinnen und Autoren des Focus-Beitrags "Gesundheitsfördernde Verhaltensweisen bei Erwachsenen in Deutschland - Ergebnisse der Studie GEDA 2019/2020-EHIS".

Zusammengefasst werden effektive Ansätze benötigt, "die die Veränderung multipler Gesundheitsverhaltensweisen ermöglichen, geschlechtersensibel ausgerichtet sind und insbesondere für sozial benachteiligte Gruppen konzipiert und zugänglich sein müssen." (Richter et al., 2021)


Hier steht die Gesamtausgabe 3/2021 des Journal of Health Monitoring des RKI "Gesundheitliche Lage der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland - Ergebnisse der Studie GEDA 2019/2020-EHIS", die drei Focus-Beiträge, Hintergrund und Methodik sowie der Fragebogen zur GEDA-Studie zum kostenfreien Download zur Verfügung.