BVPG-Mitgliederversammlung 2021

BVPG-Schwerpunktthemen für 2021 bis 2023 verabschiedet

Auf der BVPG-Mitgliederversammlung 2021 - pandemiebedingt zum zweiten Mal in virtueller Form - wurden die thematischen Schwerpunkte für die Amtsperiode des im November 2020 gewählten Vorstands festgelegt. Der Fokus liegt für die kommenden Jahre auf Health in All Policies, Stärkung der Lebenswelten und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie auf Gesundheits-/Sicherheitskompetenz.

Während der knapp dreistündigen Mitgliederversammlung, die am 2. Juni 2021 stattfand, wurde u.a. der Jahresbericht 2020 verabschiedet und die Kassenprüferin Tamara Hammer, Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit e.V. (Basi), in ihrem Amt bestätigt. Nach einem gesundheitspolitischen Input von MdB Erwin Rüddel (CDU/CSU), Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestags, nutzen die Teilnehmenden die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch.


Fokus auf drei Schwerpunktthemen

Die Mitgliederversammlung am 4. November 2020 rief den neuen Vorstand der BVPG auf, sich der Frage zuzuwenden, wie das BVPG-Leitziel "Gemeinsam Gesundheit fördern" in den kommenden Jahren realisiert werden kann. Die Vorstandsmitglieder wurden gebeten, dafür arbeitsteilig thematische Patenschaften und koordinative Verantwortungen zu übernehmen. Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung legte der Vorstand das Positionspapier "Thematische Schwerpunkte in den Jahren 2021 bis 2023" mit Zuständigkeiten und mit einem Zeit-/Maßnahmenplan vor. Die Mitgliedsorganisationen folgten diesem Vorschlag einstimmig. Die Schwerpunktthemen der BVPG in den Jahren 2021 bis 2023 sind:

  1. "Health in All Policies" (HiAP) - Integration von HiAP in alle Politikbereiche (Ressorts) und -ebenen (Bund, Länder, Kommunen)
  2. Stärkung der Lebenswelt-/Settingorientierung und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD)
  3. Gesundheits-/Sicherheitskompetenz

Health in All Policies (HiAP): Entsprechend der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten nationalen "Health in All Policies"-Strategie sollte auch in Deutschland darauf hingearbeitet werden, Gesundheit politikfeldübergreifend und gesamtgesellschaftlich zu fördern. Dabei ist es wichtig, möglichst alle Akteure umfassend mit einzubeziehen. Die BVPG als Dachorganisation kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Eine Fokussierung auf diesen Themen- und Handlungsschwerpunkt entspricht somit dem grundlegenden Auftrag der BVPG, gemeinsam Gesundheit (zu) fördern und stellt die Anschlussfähigkeit an entsprechende Netzwerke her.

Stärkung der Lebenswelt-/Settingorientierung: Auch die Bedeutung des Setting- oder auch Lebensweltansatzes für Gesundheitsförderung und Prävention ist unbestritten. Im WHO-Programm Gesundheit 21 wurde der Settingansatz als zentrale Strategie bestätigt - und nicht zuletzt wird dies auch durch seine ausdrückliche Betonung im Präventionsgesetz und dessen Umsetzung durch die nationale Präventionsstrategie deutlich.

Stärkung des ÖGD: Ein zentraler Akteur in der kommunalen Gesundheitsförderung ist der ÖGD, der im Rahmen integrierter kommunaler Strategien im Verbund mit weiteren Lebensweltträgern und verantwortlichen Akteuren einen gesundheitsförderlichen Entwicklungsprozess anstoßen, koordinieren und leiten kann. Dieses Potenzial des ÖGD wird vom Präventionsgesetz, dem "Leitbild für einen modernen ÖGD" sowie dem "Pakt für den ÖGD" gesehen und unterstützt. Auch die BVPG, die im Beirat für den "Pakt für den ÖGD" vertreten ist, sieht eine ihrer Aufgaben in der Stärkung der Rolle des ÖGD in Prävention und Gesundheitsförderung. Ferner tritt sie schon seit Jahren für eine Stärkung des Settingansatzes ein, weshalb ein Fokus hierauf naheliegt.

Gesundheits-/Sicherheitskompetenz: Sie "umfasst das Wissen, die Motivation und die Fähigkeiten von Menschen, relevante Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und im Alltag anzuwenden". Da im Idealfall "...über eine Verbesserung der Gesundheitskompetenz sowohl individuelle Gesundheitsgewinne erreicht als auch Verbesserungen in den Rahmenbedingungen für die Gesundheit erzielt werden (können)", steht das Thema national derzeit hoch im (gesundheitspolitischen) Kurs. Ein um die Erfordernisse des Arbeitsschutzes erweitertes Verständnis führt zur Definition von Sicherheits- und Gesundheitskompetenz.

Aufgabe der BVPG wird es sein, zu einem gemeinsamen Begriffsverständnis beizutragen und dabei eine Perspektive einzunehmen, die die sozialen Lebensumstände der Menschen mit in den Blick nimmt und die Wechselwirkung von Verhalten und Verhältnissen berücksichtigt. Die genannten Schwerpunkte sind den elf BVPG-Vorstandmitgliedern mit Themenverantwortlichkeiten zugeordnet. Dazu Präsidentin Ute Bertram: "Unsere Mitgliederorganisationen sowie Externe haben mit dieser Zuordnung innerhalb der Vorstandsmitglieder nun konkrete Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für ihre Anliegen. Gemeinsam mit der Geschäftsstelle werden wir über Maßnahmen zur Konkretisierung sowie zur Umsetzung beraten." Die Vorstandsmitglieder sind über E-Mail (vorstand@bvpraevention.de) zu erreichen.


BVPG-Jahresbericht 2020

Kooperieren, koordinieren, vernetzten und Impulse setzten in Prävention und Gesundheitsförderung: Über unsere Aktivitäten des vergangenen Kalenderjahres - u.a. über unsere Fachveranstaltungen, unsere Gremien- und unsere Öffentlichkeitsarbeit - berichten wir im BVPG-Jahresbericht 2020 (PDF).


BVPG-Blog: Schwerpunkt Health in All Policies

Lesen Sie dazu auch unsere Blogbeiträge:

BVPG-Interview mit Prof. Dr. Ilona Kickbusch: "Jetzt ist es wichtig zu sagen: Wir schaffen in Deutschland das modernste Öffentliche Gesundheitswesen der Welt!"

BVPG-Interview mit Dr. Katharina Böhm, Geschäftsführerin der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAGE) und Mitherausgeberin des ersten Standardwerks zum Thema Health in All Policies in Deutschland: "Die Umsetzung von Health in All Policies erfordert die Beteiligung ALLER!"


BVPG-Blog: Schwerpunkt Gesundheitskompetenz

BVPG-Interview mit den HLS-GER 2-Studienleiterinnen, Prof. Dr. Doris Schaeffer und Dr. Eva-Maria Berens, vom Interdisziplinären Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung (IZGK) der Universität Bielefeld: "Es besteht großer Handlungsbedarf die Gesundheitskompetenz zu verbessern"

BVPG-Interview mit Prof. Dr. Kevin Dadaczynski, Professor für Gesundheitskommunikation und -information an der Hochschule Fulda, und Dr. Orkan Okan, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Interdisziplinären Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung an der Universität Bielefeld und Co-Chair der Global Working Group Health Literacy der IUHPE: "Die Corona-Pandemie hat die Bedeutung von Gesundheitskompetenz deutlich gesteigert"


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