Arbeits- und Gesundheitsschutz

Erster Bericht des Rats der Arbeitswelt erschienen

Der Rat der Arbeitswelt wurde im Januar 2020 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) berufen. Jetzt liegt der erste Arbeitswelt-Bericht vor, der ab 2021 jährlich erscheint. Der Bericht betrachtet die pandemiebedingten Veränderungen und Herausforderungen für die Arbeitswelt und leitet Handlungsempfehlungen für betriebliche Akteure und Politik ab - auch über die Pandemie hinaus.

Der Rat der Arbeitswelt, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sowie der Wissenschaft wurde im Januar 2020 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) berufen und wird ab 2021 jährlich einen Arbeitswelt-Bericht vorlegen.

Der erste Arbeitswelt-Bericht mit dem Titel "Vielfältige Ressourcen stärken - Zukunft gestalten" geht auf den Betrieb als sozialen Ort ein sowie auf die Folgen der COVID-19-Pandemie für die Erwerbsformen. Im vierten Kapitel wird der Fokus auf die berufliche Pflege gesetzt.


Vulnerabilität bestimmter Erwerbsgruppen erhöht: Soloselbstständige und beruflich Pflegende

Aus Sicht des Rates sind branchenspezifische Präventionsangebote für Soloselbständige hilfreich, um den Arbeits- und Gesundheitsschutz dieser Erwerbsgruppe zu erhöhen. Weiter heißt es im Bericht dazu: "Darüber hinaus tragen einige verhaltens- und verhältnisbezogene Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Gesundheitssituation bei: So kann die individuelle Gesundheitskompetenz geschult werden, zum Beispiel durch Informationen und Aufklärung zu Arbeit und Gesundheit (wie etwa zur Arbeitszeit- und Pausengestaltung), durch Trainings zur Stärkung der Abgrenzungsfähigkeit oder zum aktiven Umgang mit Erholungsphasen. Außerdem können gesundheitsförderliche Angebote, wie Kursangebote, bessere Ernährungsangebote (insbesondere bei Kundinnen und Kunden) wie auch Supervision und Vernetzung zu einem besseren Gesundheitsschutz beitragen."


Pflege: strukturelle Stärkung von Arbeits- und Gesundheitsschutz notwendig

Im Fokus des Berichtes liegt die berufliche Pflege. Relevante Schnittstellen der Handlungsfelder der Konzertierten Aktion Pflege (KAP), die im Juli 2018 zur Verbesserung des Arbeitsalltags von Pflegekräften von den drei Bundesministerien Gesundheit, Familie und Arbeit ins Leben gerufen wurde, werden im Rahmen des Arbeitsweltberichts aufgenommen und ergänzt.

Der Rat stellt in seinem Bericht fest, dass den Gesundheitsrisiken beruflich Pflegender zukünftig nur hinreichend begegnet werden kann, wenn mehr qualifiziertes Personal, verbindliche Regelungen zur Personalbemessung sowie ein auf Qualität abstellendes Finanzierungssystem fokussiert wird. "Der Arbeits- und Gesundheitsschutz ist strukturell zu stärken, indem neben verhaltenspräventiven Maßnahmen betriebliche Wege für gut gestaltete Arbeit, und damit insbesondere verhältnispräventive Maßnahmen, gestärkt werden." heißt im Bericht weiter.
Mit Hinblick auf die Transformation von Arbeits- und Organisationskontexten beruflich Pflegender "ist die wissenschaftlich fundierte Weiterentwicklung von Strukturen, Instrumenten und Konzepten des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der beruflichen Pflege erforderlich."


Rat der Arbeitswelt: unabhängiges, interdisziplinär besetztes Expertengremium

Als Expertin für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ist Isabel Roth, Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), im Rat vertreten. Informationen zu allen neun Mitglieder des Expertengremiums erhalten Sie hier.


Hier finden Sie den Bericht des Rats der Arbeitswelt "Vielfältige Ressourcen stärken - Zukunft gestalten" (PDF).


BVPG-Blog: gesunde Arbeitswelt

Gesundheit und Arbeitsleistung hängen eng miteinander zusammen. Wie können Sicherheit und Gesundheit - und hier insbesondere auch Prävention und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz - weiter verbessert werden? Das Gespräch mit Dr. Christian Felten, Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit e.V. (Basi), können Sie hier in unserem Blog nachlesen.

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