International Union for Health Promotion and Education

Förderung psychischer Gesundheit: Stellungnahme der IUHPE-Arbeitsgruppe

Angesichts der COVID-19-Pandemie hat die Global Working Group on Mental Health Promotion der International Union for Health Promotion and Education (IUHPE) die Stellungnahme „Critical Actions for Mental Health Promotion“ veröffentlicht. Darin benennt die Arbeitsgruppe acht Schwerpunkte für Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit und formuliert drei Handlungsaufforderungen.

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Die Global Working Group on Mental Health Promotion der International Union for Health Promotion and Education (IUHPE) wurde Ende 2020 gegründet, um die Entwicklung und Integration der Förderung der psychischen Gesundheit in den breiteren Bereich der Gesundheitsförderung voranzutreiben.

Diese international besetzte Arbeitsgruppe hat nun ihre erste Stellungnahme "Critical Actions for Mental Health Promotion" ("Wesentliche Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit") veröffentlicht und darin acht Schwerpunkte zur Förderung psychischer Gesundheit sowie drei Handlungsaufforderungen formuliert.


Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit: acht Handlungsbereiche

Werden Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit richtig umgesetzt, können Schutzfaktoren für psychische Gesundheit verbessert und Risikofaktoren für psychische Erkrankungen reduziert werden. Sie können damit nachhaltige positive Auswirkungen auf die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren der Betroffenen haben. Das konnte international hinreichend belegt werden.

Diese evidenzbasierten Interventionen zur Förderung der psychischen Gesundheit unterteilt die internationale Arbeitsgruppe in ihrer Stellungnahme in acht Handlungsbereiche:

  1. Förderung der psychischen Gesundheit von Säuglingen und Müttern durch Integration sozialer und emotionaler Entwicklung sowie positiver psychischer Gesundheit in die Frühförderung von Kindern, einschließlich Schwangerschaftsvorsorge, Hausbesuche und Elternprogramme.

  2. Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens von Kindern und Jugendlichen durch schulische Bildungsinitiativen und gesamtschulische Ansätze, einschließlich Lernprogrammen zur Verbesserung sozialer und emotionaler Entwicklung im Vorschul-, Schul- und Jugendbereich.

  3. Implementierung von Familien- und Elternprogrammen, die die emotionale und verhaltensbezogene Entwicklung von Schulkindern und ihren Eltern fördern.

  4. Unterstützung von "psychisch" gesunden Arbeitsplätzen durch Integration der Förderung der psychischen Gesundheit in die Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien und -praktiken am Arbeitsplatz, einschließlich eines Organisationsentwicklungsprozesses.

  5. Programme zur Stärkung von Gemeinden initiieren (z.B. Gemeindebeteiligung, Freiwilligenarbeit, Jugendarbeit, Gemeindemikrofinanzierung und Schuldenmanagement gebündelt mit der Schulung der Lebenskompetenzen sowie Gewaltprävention/Förderung gesunder Beziehungen), um das Sozialkapital und die Verhältnisse zu verbessern, die die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden im gesamten Lebenslauf fördern.

  6. Förderung der psychischen Gesundheit in Gesundheitsdiensten durch Integration der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens in die Routineangebote der primären Gesundheitsversorgung und der Dienstleistungen im Bereich psychischer Gesundheit.

  7. Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen durch Programme zur Förderung der Gesundheitskompetenz, Kampagnen und lokale Gemeinschaftsaktionen zur psychischen Gesundheit.

  8. Das Konzept "Psychische Gesundheit in allen Politikbereichen" umsetzen und mit einer multi- und sektorübergreifenden Politik Maßnahmen umsetzen, die ein unterstützendes Umfeld für psychische Gesundheit schaffen und gesundheitliche Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit stärken.

Drei Handlungsaufforderungen

Angesichts der Dringlichkeit und dem bevölkerungsbezogenen Bedarf an Maßnahmen zur psychischen Gesundheit formuliert die Arbeitsgruppe drei wesentliche Handlungsaufforderungen:

  1. Den pandemischen Kontext nutzen, um Investitionen in einen umfassenden Bevölkerungsansatz für psychische Gesundheit zu fördern, wobei den wirksamsten Strategien Priorität eingeräumt werden sollte.

  2. In den Aufbau von personellen und organisatorischen Kapazitäten investieren, um die Förderung der psychischen Gesundheit als wesentlichen Bestandteil in die globalen Gesundheits- und Nachhaltigkeitsagenden zu integrieren.

  3. Die Evidenz von wirksamen Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit einzelner Personen, Familien, Gemeinschaften und Bevölkerungsgruppen erweitern und diese dann aktiv in verschiedenen soziokulturellen und wirtschaftlichen Kontexten verbreiten.

Hier finden Sie die Stellungnahme "Critical Actions for Mental Health Promotion" der Global Working Group on Mental Health Promotion der IUHPE.

 

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