14. April 2021 | online

Risikogruppe allein zu Haus: Leben im Alter zwischen Fürsorge und Stigmatisierung

In der gegenwärtigen Corona (SARS-CoV-2)-Pandemie wurde früh sichtbar, dass die Gefahr eines schweren COVID19-Krankheitsverlaufs mit dem Lebensalter steigt. Ältere, insbesondere hochbetagte, Menschen gelten als eine der vulnerabelsten Bevölkerungsgruppen. Medial werden ältere Menschen seither als "Risikogruppe" bezeichnet. Dieser Zuschreibung schließen sich auch viele Angehörige der Gesundheitsberufe an.

Kontaktbeschränkungen bis hin zur Selbstquarantäne werden älteren Menschen daher besonders eindringlich empfohlen. Der beidseits vielfach wichtige und unterstützende Kontakt zu Kindern und Enkelkindern musste ausgesetzt werden. Für ältere Menschen, die in einem Pflegeheim leben, gab und gibt es zum Teil stark einschränkende Infektionsschutzmaßnahmen. Der Rückzug in die Häuslichkeit macht die Neugestaltung sozialer Kontakte notwendig. Wie gut Telefon, Skype und Gespräche hinter Glasscheiben die gewohnten Kontakte zum sozialen und familiären Netz aufrechterhalten können, ist Gegenstand kontroverser Diskussionen.

Erste Befunde zum Leben im Alter während der Corona-Pandemie zeichnen ein differenzierteres Bild, als es die pauschale Zuordnung älterer Menschen zur "Risikogruppe" vermuten lässt. So variiert die Infektionsgefährdung zum Beispiel hinsichtlich des chronologischen Alters, individueller Lebensstile und Wohnsituationen beträchtlich. Ebenso sind das gesellschaftlich zugeschriebene und das subjektiv wahrgenommene Krankheitsrisiko nicht deckungsgleich.

Wo verläuft die Grenze zwischen notwendigem Infektionsschutz und gesellschaftlicher Ausgrenzung? Sind ältere Menschen in der Krisenbewältigung resilient oder bedürfen sie neuer Anspracheformen zur Förderung ihrer (psychischen) Gesundheit? Welche langfristigen Pandemie-Folgen sind zu erwarten und wie kann man diesen begegnen? Im Rahmen der diesjährigen Regionalkonferenz Niedersachsen der BZgA-Strategie "Gesund & aktiv älter werden" soll diesen Fragen nachgegangen werden.

Seit 2009 veranstaltet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Regionalkonferenzen zum Thema "Gesund & aktiv älter werden" in Kooperation mit den Bundesländern. Ziele der Regionalveranstaltungen sind die Sensibilisierung, Information und Motivation der kommunalen Entscheidungsträger/innen und Akteure/innen, die Stärkung der zielgerichteten Bündnisbildung und Netzwerkarbeit sowie die Optimierung der Kooperationen und Angebotsstrukturen vor Ort. In Niedersachsen wurden mit freundlicher Unterstützung des Niedersächsischen Sozialministeriums bislang sechs Konferenzen in Hannover, Laatzen, Göttingen, Diepholz und Braunschweig durchgeführt.


(Quelle: www.gesundheit-nds.de)

 

Veranstalter


Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (LVG & AFS), Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Ort

online

Ansprechpartner

Martin Schumacher 

Landesvereinigung für Gesundheit und
Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. (LVG & AFS)
Fenskenweg 2
30165 Hannover
Telefon 05 11 / 388 11 89 - 34
E-Mail martin.schumacher@gesundheit-nds.de

Website


www.gesundheit-nds.de
www.gesund-aktiv-älter-werden.de
www.bzga.de 
www.ms.niedersachsen.de