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iga.Wegweiser

Gesundheitsorientiertes Handeln in der Pflege

Die Arbeit von Beschäftigten in der Pflege gesundheitsförderlicher und sicherer gestalten sowie die Attraktivität der Pflegeberufe steigern - dazu möchte der iga.Wegweiser „Gesundheitsorientiertes Handeln in der Pflege. Betriebliche Handlungsempfehlungen für mehr Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten“ einen Beitrag leisten.

Pflegerin mit älterer Frau
© Barabas Attila - Fotolia.com

 

Welche Voraussetzungen und Fördermöglichkeiten müssen im Betrieb gegeben sein, damit Pflegekräfte im Berufsalltag gesundheits- und sicherheitsorientiert handeln können? Im iga.Wegweiser, einer neuen Publikation der Initiative Gesundheit für Arbeit (iga), wurden dazu sechs Handlungsempfehlungen erarbeitet, die als Orientierung und Hilfestellung dienen. In den Empfehlungen werden jeweils förderliche Bedingungen, Maßnahmenvorschläge und auch der Ansatzpunkt (Betrieb, Führungskraft, die Person selbst) beschrieben.

  • Betriebliches Gesundheitsmanagement: Gesundheit und Sicherheit organisieren und Strukturen schaffen.
  • Arbeitsorganisation, -bedingungen und -prozesse berücksichtigen die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten.
  • Einfluss von Führung auf Gesundheit und Sicherheit nutzen.
  • Beteiligung und Kommunikation ermöglichen und Transparenz schaffen.
  • Betriebliche Kompetenzentwicklung neu denken - Aus-, Fort- und Weiterbildungen auf das Handeln ausrichten.
  • Die Unternehmenskultur zu Gesundheit und Sicherheit gemeinsam mit allen Beteiligten im Pflegebetrieb weiterentwickeln.

Die Handlungsempfehlungen basieren auf Interviewergebnissen: Es wurden 11 Interviews mit Personen mit interner Handlungsexpertise (z.B. Altenpfleger) und Personen mit interner Reflexionsexpertise (z.B. Fachkraft für Arbeitssicherheit) geführt. Die teils halb-standardisierten Leitfadeninterviews wurden im Herbst 2019 durchgeführt.

Die Interviews zeigen eine ausgeprägte Handlungsfähigkeit bei den Beschäftigten in der Altenpflege - also ein gesundheitsrelevantes Wissen und die dazugehörigen Grundfertigkeiten. Dieses Wissen wird im beruflichen Alltag jedoch nicht konsequent angewendet. Auch der Bereich Arbeitsschutz ist weniger präsent. Es müssen also auf persönlicher Ebene die Handlungsbereitschaft gestärkt und gleichzeitig auf betrieblicher Seite die Rahmenbedingungen für gesundheits- und sicherheitsorientiertes Handeln weiter gefasst werden.

Weiterführende Lesetipps zum Thema Gesundheitsförderung in der Pflege gibt der iga.Wegweiser ebenfalls:

Die iga ist eine Kooperation des BKK Dachverbands e.V., der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), des AOK-Bundesverbands und des Verbands der Ersatzkassen e.V. (vdek).

Hier finden Sie den gesamten iga.Wegweiser "Gesundheitsorientiertes Handeln in der Pflege. Betriebliche Handlungsempfehlungen für mehr Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten" (PDF).


BVPG-Blog

Lesen Sie dazu auch das Interview in unserem Blog mit Professorin Dr. Gudrun Faller, Professorin für Kommunikation und Intervention im Kontext Gesundheit und Arbeit an der Hochschule für Gesundheit Bochum, und Professorin Dr. Tanja Segmüller, Professorin für Alterswissenschaften an der Hochschule für Gesundheit in Bochum, zum Thema Betriebliche Gesundheitsförderung in der Pflege.

Über den Stellenwert der Prävention und Gesundheitsförderung für Pflegende und Pflegebedürftige in stationären Einrichtungen haben wir in unserem Blog mit Professorin Dr. Corinna Petersen-Ewert, Professorin für Gesundheits- und Sozialwissenschaften an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, gesprochen.