8. Juli 2020 | online

19. Suchtforum: "Guter Rausch, böser Rausch - Alkoholkonsum zwischen Genuss und Sucht"

Das diesjährige Suchtforum der Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) mit dem Thema "Guter Rausch, böser Rausch - Alkoholkonsum zwischen Genuss und Sucht" wird als Webinar angeboten.

Alkohol ist im Verhältnis zu anderen psychoaktiv wirkenden Substanzen mit Suchtpotenzial wie beispielsweise Tabak ein gesellschaftlich weit akzeptiertes Konsumgut - zumindest solange die Person in der Lage ist, Maß zu halten, keinen Dritten schadet und keine Alkoholabhängigkeit entwickelt. Dies gilt auch bei gesellschaftlichen Anlässen. Wer dort ein alkoholfreies Getränk wählt, muss sich nicht selten erklären. Auch die Ausgaben der Industrie in Höhe von 619 Mio. € zur Vermarktung ihrer alkoholischen Getränke im Jahr 2017 verdeutlichen, welche Anstrengungen unternommen werden, um Alkohol als "Bereicherung" des Lebens darzustellen. Informationen über die Risiken des Zellgifts Alkohol hingegen finden sich hier kaum.

Dass der Konsum von Alkohol einerseits wegen seiner entspannenden und in dieser Hinsicht positiven Wirkung von einem großen Teil der Bevölkerung als Genuss- und zuweilen Rauschmittel geschätzt wird, ist ebenso unbestritten wie es wissenschaftlich belegt ist, dass es sich um ein gesundheitsschädliches Produkt handelt, das ein Risikofaktor für die Entwicklung zahlreicher Erkrankungen darstellt. Dabei sind die Krankheitsrisiken umso höher, je mehr Alkohol konsumiert wird. Umgekehrt gilt aus Sicht der Präventionsforschung: Alkoholabstinenz respektive eine Reduktion der konsumierten Alkoholmenge schützen die Gesundheit und helfen, Krankheiten zu vermeiden. Wie bedeutsam dieser Zusammenhang ist, zeigen folgende Daten: Die direkten und indirekten volkswirtschaftlichen Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland werden auf rund 40 Milliarden € beziffert (Effertz, 2015). Ferner ist - unter Berücksichtigung weiterer Erkrankungen, bei denen Alkohol zumindest anteilig als Todesursache mitverantwortlich ist - von jährlich etwa 74.000 Todesfällen auszugehen, die allein auf den Konsum von Alkohol oder eine Kombination von Alkohol und Tabak zurückgehen (John & Hanke, 2002).

Vor diesem Hintergrund wird sich das 19. Suchtforum in Bayern dem Genuss- und Suchtmittel Alkohol widmen. Anstelle der ursprünglich für den 11.03.2020 geplanten Münchener Präsenzveranstaltung, die leider aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden musste, wird ein Online-Angebot identischen Inhalts angeboten! Das Suchtforums wird wie gewohnt in einer kompakten, fundierten, interdisziplinären und praxisorientierten Art und Weise über den aktuellen Wissensstand zum Thema Alkohol zu informieren.

Themenschwerpunkte:

  • Bedeutung und Auswirkung von Alkohol im gesellschaftlichen Wandel
  • Alkoholabhängigkeit aus dem Blickwinkel des Apothekers
  • Erkennen und Behandeln alkoholbezogener Störungen: Gewusst wie - ein Update
  • Alkoholprävention zwischen Evidenzbasierung und Kreativgestaltung
  • "Die Kollateralschäden durch Alkoholkonsum": Intrauterine Alkoholexposition und Fetale Alkoholspektrumstörung

(Quelle: www.blaek.de (PDF))

 

 

Veranstalter



Bayerische Landesärztekammer (BLÄK), Bayerische Landesapothekerkammer (BLAK),
Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS), Bayerische Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (PTK)

Ort

online

Bayerische Landesärztekammer (BLÄK)
Mühlbaurstr. 16
81677 München
Telefon 0 89 / 41 47 - 0
E-Mail info@blaek.de

Website



www.blaek.de
www.blak.de
www.bas-muenchen.de
www.ptk-bayern.de