Einsamkeit im Alter

Kommunen gegen soziale Isolation im Alter

Ab dem 75. Lebensjahr steigt die Einsamkeit konstant an, ebenso wird die Anzahl der älteren Menschen in der Gesamtbevölkerung in Deutschland weiter zunehmen. Soziale Isolation und die Einsamkeit im Alter werden demzufolge an gesellschaftlicher Bedeutung gewinnen.

Einsamkeit und soziale Isolation beschleunigen nachweislich Erkrankungen und frühere Pflegebedürftigkeit. Das Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Körber-Stiftung haben zu diesem Thema das Diskussionspapier "(Gem)einsame Stadt? Kommunen gegen soziale Isolation im Alter" verfasst. Aktuelle Studien wurden zusammengeführt, Empfehlungen für die Praxis abgeleitet und erprobte Beispiele genannt, wie der Einsamkeit der alternden Bevölkerung vor Ort entgegengewirkt werden kann.

Kommunen haben eine Schlüsselfunktion

Neben der genannten demographischen Entwicklung können auch gesellschaftliche Trends (wie z.B. Anstieg der Altersarmut und Single-Haushalte, Abnahme der ländlichen Infrastruktur) zu einer Steigerung der Einsamkeit und der sozialen Isolation führen. Besonders Menschen mit niedrigem Einkommen, zeitweiser Arbeitslosigkeit, schlechter Gesundheit, niedrigem Bildungsstand, digitalem Analphabetismus und geringem freiwilligen Engagement gehören dabei zu den am meisten gefährdeten Personen.

Als Gegentrend ist zu beobachten, dass ältere Menschen in Zukunft mobiler, gesünder, gebildeter, digitaler aktiv sein werden als vorherige Generationen. Kommunen, die in der Lage sein werden, Begegnungs- und Teilhabemöglichkeiten sowie geeignete Wohnformen anzubieten, wird es gelingen, die Lebensqualität ihrer älteren Bewohnerinnen und Bewohner zu erhöhen.

Am Beispiel von Aahus, der zweitgrößten Stadt Dänemarks, wird gezeigt, wie innovative Maßnahmen gegen Einsamkeit in die Praxis umgesetzt worden sind.

Handlungsempfehlungen gegen Einsamkeit

Folgende Handlungsempfehlungen sollen Kommunen unterstützen, altersfreundliche Strategien und Maßnahmen zu entwickeln:

  1. Einsamkeit enttabuisieren und Verwaltung und lokale Organisationen sensibilisieren.
  2. Wohnen »mit Anschluss« fördern: Wohnformen erarbeiten, die einen Verbleib im gewohnten Umfeld ermöglichen.
  3. Soziale Partizipation ermöglichen: Gute Rahmenbedingungen für Engagement schaffen und Selbstorganisation fördern. Auf bereits Isolierte mit individuellen Angeboten zugehen.
  4. Öffentliche Orte für Begegnung gestalten und Mobilitätsangebote schaffen.
  5. Aktiv und sensibel kommunizieren: Informationsmaterial bereitstellen und Angebote nicht explizit als Einsamkeitsprävention vermitteln.

Hier gelangen Sie zum Diskussionspapier "(Gem)einsame Stadt? Kommunen gegen soziale Isolation im Alter" (PDF).

Auch der 8. gemeinsame Präventionskongress des Bundesministeriums für Gesundheit und der BVPG widmete sich der Prävention und Gesundheitsförderung in der Kommune. Unter dem Titel "Gestaltungsspielräume erkennen und nutzen" wurden u.a. unterstützende Angebote, integrierte kommunale Strategien und Best Practice vorgestellt.