EHIS 2

Hohe Prävalenz bei Depressionen in Deutschland

Die aktuelle europäische Gesundheitsumfrage (European Health Interview Survey, EHIS 2), hat ergeben: In Deutschland liegt die Prävalenz für eine Depression über dem europäischen Durchschnitt.

Die Prävalenz einer Depression liegt, basierend auf EHIS 2, in Deutschland bei 9,2 Prozent. Damit handelt es sich um die zweithöchste ermittelte Prävalenz. Der höchste Wert wurde in Luxemburg gemessen (10,0 Prozent). Der EU-Durchschnittswert lag bei 6,6 Prozent.

Genderspezifisch betrachtet liegt sie in Deutschland bei Frauen höher (10,8 Prozent) als bei Männern (7,6 Prozent). Ein ähnliches Ergebnis zeigen fast alle der teilnehmenden Länder (mit Ausnahme von Kroatien). Der EU-Durchschnitt liegt bei: Frauen (7,9 Prozent), Männer (5,2 Prozent).

Zudem wurde festgestellt, dass jüngere Menschen in Deutschland häufiger und Ältere seltener eine depressive Symptomatik zeigen (11,5 Prozent versus 5,2 Prozent). Der Durchschnitt der EU-Mitgliedstaaten lag bei jüngeren Menschen bei 6,7 Prozent, bei Älteren bei 9,1 Prozent.

Die Studie wurde in insgesamt 25 EU-Ländern mit 255.000 Menschen durchgeführt, in Deutschland mit 25.000 Befragten. Der Befragungszeitraum lag zwischen November 2014 bis Juli 2015. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) beantwortete den Fragebogen schriftlich oder online.

Zu der Studie "Depressive Symptomatik im europäischen Vergleich - Ergebnisse des European Health Interview Survey (EHIS) 2", die im Journal of Health Monitoring des Robert-Koch Instituts (Ausgabe 4, Dezember 2019) erschienen ist, gelangen Sie hier (PDF).

Die europäische Gesundheitsumfrage findet alle fünf Jahre statt. Weitere Information zu EHIS erhalten Sie hier.

Autor/in

Ulrike Meyer-Funke