Psychische Probleme bei Heranwachsenden

Psychische Gesundheit von Scheidungskindern: Die Bedeutung der Wohnsituation

Kinder, die nach der Trennung ihrer Eltern zu etwa gleichen Teilen bei Vater und Mutter leben, haben weniger psychische Probleme, so das Ergebnis von Forscherinnen und Forscher des norwegischen Regionalzentrums für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Kinderfürsorge (RKBU Vest) und Uni Research Health.

Im Vergleich zu anderen Ländern haben in Norwegen verhältnismäßig viele Kinder zwei Wohnsitze; sie leben in etwa zu gleichen Teilen bei Vater und Mutter und pendeln zwischen beiden Wohnsitzen hin und her. Was dieses Modell für die psychische Gesundheit der Heranwachsenden bedeutet, haben nun Forscherinnen und Forscher um Sondre Aasen Nilsen untersucht. Dafür werteten sie die Antworten von rund 7.700 Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren zu ihrer Lebens- und familiären Situation sowie zu ihren finanziellen Ressourcen aus.

Wie die Forscherinnen und Forscher herausfanden, weisen Jugendliche, die nach der Trennung ihrer Eltern zu gleichen Teilen bei Vater und Mutter leben, weniger psychische Probleme auf, als diejenigen, die überwiegend bei einem alleinerziehenden Elternteil oder in einer Stieffamilie aufwachsen. Zudem unterscheide sich das Ausmaß psychischer Probleme auch nicht von dem derjenigen Heranwachsenden, die mit zwei nicht-getrenntlebenden Elternteilen zusammenwohnen.