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Gesundheitsförderung gendergerecht gestalten

Gender: Gesundheitliche Chancengleichheit im Betrieb

Sind Ressourcen und Belastungen unterschiedlich auf Frauen und Männer verteilt? Wie werden gesundheitliche Risiken für das jeweilige Geschlecht wahrgenommen und wie können wirksame Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um die Gesundheitschancen ausgewogen zu gestalten? Diesen Fragen geht der iga.Report 35 nach.

Pflegende in Besprechung
© Miriam Dörr - Fotolia.com

 

Mit dem Präventionsgesetz hat die gesundheitliche Chancengleichheit der Geschlechter an Bedeutung gewonnen; demnach sollen Leistungen "insbesondere zur Vermeidung sozial bedingter sowie geschlechtsbezogener Ungleichheit von Gesundheitschancen beitragen" (§20 (1) SGB V).

Insbesondere für betriebliche Fachkräfte stellt sich somit die Aufgabe, Prävention und Gesundheitsförderung in Unternehmen gendergerecht zu gestalten. Mit dem aktuellen iga-Report liegt nun ein Ansatz vor, der zeigt, wie Anerkennung und Chancengleichheit integriert werden können.

Im Mittelpunkt des Reports steht ein allgemeines Vorgehensmodell zur Integration von Diversity und Gender in die betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung. Hier werden geschlechtertheoretische Erkenntnisse mit den Standards der betrieblichen Gesundheitsförderung verknüpft. Dies erfolgt im Wesentlichen über die Analyse der Verteilung von Ressourcen und Belastungen.

Aufmerksam machen die Autorinnen und Autoren in diesem Zusammenhang auch auf geschlechtsbezogene Wahrnehmungsverzerrungen. Diese liegen beispielsweise vor, wenn bestehende Belastungen nicht mit den Erwartungen an Geschlechterrollen übereinstimmen oder wenn Instrumente des Gesundheitsschutzes bestehende Belastungen nicht messen.

Darüber hinaus regt der Report dazu an, scheinbar neutrale Regelungen in den Blick zu nehmen und deren Auswirkungen auf Frauen und Männer zu untersuchen. Auch habe es sich als sinnvoll erwiesen, den Fokus bei Analysen nicht auf Personengruppen, sondern auf Situationen zu legen.

Die im Report beschriebene Vorgehensweise wird weiterhin durch zahlreiche Praxisbeispiele veranschaulicht; zudem ergänzt eine Toolbox die Prozessdarstellung um nützliche Instrumente für die Analyse, Beratung und Maßnahmenumsetzung.

Der iga-Report 35 steht Interessierten kostenlos als PDF-Dokument zur Verfügung.