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Fonds Gesundes Österreich

Gesundheitsförderung in Krisenzeiten - ein Praxisleitfaden

Welchen Beitrag kann Gesundheitsförderung zur positiven „Bewältigung“ von akuten Krisen leisten? Der Praxisleitfaden „Gesundheitsförderung in Krisenzeiten" des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) beleuchtet hierzu unterschiedliche Ebenen: von theoretischen Konzepten zum Verstehen und zur Bewältigung von Krisensituationen, über Entwicklungsszenarien für die Kernsettings bis hin zu Anregungen für die Praxis.

Schild mit Aufforderung 2 Meter Abstand zu halten
© Christian Schwier - stock.adobe.com

 

Auch das weite Feld der Gesundheitsförderung sieht sich vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie mit einem Um- bzw. Neudenken konfrontiert. Lag der Fokus der Gesundheitsförderung bisher auf nichtübertragbaren Krankheiten (non-communicable diseases, NCDs), so steht nun auch eine übertragbare Infektionskrankheit im Mittelpunkt.


Salutogener Blickwinkel der Gesundheitsförderung auf das Thema Krise

Der Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), dessen Rolle vom österreichischen Gesundheitsförderungsgesetz abgeleitet als Förderstelle, Kompetenzzentrum und Drehscheibe definiert ist, hat dazu den Praxisleitfaden "Gesundheitsförderung in Krisenzeiten" veröffentlicht. Der salutogene Blickwinkel der Gesundheitsförderung auf das Thema "Krise" ist eine ergänzende und notwendige Sichtweise. Der Praxisleitfaden versucht sich den Herausforderungen der Corona-Pandemie aus der Perspektive der Gesundheitsförderung zu stellen und beleuchtet folgende Ebenen:

  • theoretische Konzepte zum Verstehen und zur Bewältigung von Krisensituationen, - die persönlichen Perspektiven von ausgewiesenen Expert/innen der Gesundheitsförderung aus dem deutschsprachigen Raum,
  • die sich daraus ableitenden Entwicklungsszenarien für die Kernsettings der Gesundheitsförderung (Betriebe, Schulen und Gemeinden) sowie
  • ausgewählte Anregungen, um das Themenfeld in die eigene Arbeit als Praktikerin und Praktiker im Feld der Gesundheitsförderung zu integrieren

Konzepte

Die Gesundheitsförderung in Zeiten von Corona wird zu Beginn in einem Dialog mit der Professorin Ilona Kickbusch auf den Punkt gebracht.

Die zentralen Konzepte der Gesundheitsförderung wie Kohärenzgefühl (Kernelement der Salutogenese), Selbstwirksamkeit, Resilienz (psychische Widerstandskraft oder auch das "Immunsystem der Seele"), positive Psychologie (Persönlichkeitsstärken und positive Emotionen) sowie resiliente Settings und kohärente Unternehmen werden daran anschließend aus der Corona-Perspektive beleuchtet.


Herausforderungen

Für die Kernsettings Schule, Betrieb und Gemeinde werden Expert/innen zu deren Einschätzung zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie befragt. Zudem werden die spezifischen Herausforderungen der drei Settings daraus ableitend dargestellt. Zu den Herausforderungen für alle Settings gehört u.a. trotz der jetzt anhaltenden digitalen Umsetzung vieler Angebote, die "Kraft der physischen Begegnung" nicht zu unterschätzen.

Auch das Handlungsfeld Gesundheitskompetenz gewinnt in allen Lebenswelten an Bedeutung. Bestimmte Zielgruppen rücken ebenfalls in den Vordergrund: beispielsweise zählen die Studierenden zu den "großen Verlierer" der Corona-Krise.

Zum sozialen Zusammenhalt erklärt die Psychologin Dr. Regina Arant, Mitglied der Arbeitsgruppe "Gesellschaftlicher Zusammenhalt" der Jacobs University Bremen, ob und wie sich die Corona-Pandemie auf diesen Aspekt auswirkt.


Hilfestellungen für die Praxis

Für Praktikerinnen und Praktiker in den verschiedenen Settings bietet der Praxisleitfaden zudem konkrete Beispiele zur Inspiration und Erweiterung des eigenen Repertoires (inkl. Material und Zeitangaben). Beispielsweise wird eine Übungseinheit zum Bewusstmachen und zur Reflexion der eigenen Charakterstärken und Bedeutung bei der Bewältigung von Krisen beschrieben.

Hier finden Sie den Praxisleitfaden "Gesundheitsförderung in Krisenzeiten" des Fonds Gesundes Österreich (PDF).

Für die Gesundheitsförderung in Deutschland hatte die Corona-Pandemie ebenfalls Auswirkungen auf finanzieller Ebene: So wurde durch das "Zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" der Bundesregierung die vorübergehende Aussetzung der Verpflichtung der Krankenkassen, die gesetzlich vorgegebenen Sollwerte für Primärprävention und Gesundheitsförderung einzuhalten, festgelegt. Lesen Sie dazu die Stellungnahme der BVPG.


BVPG-Blog

Lesen Sie zu diesem Thema auch unsere Blog-Beiträge unserer Vorstandsmitglieder zum Schwerpunkt Prävention und Gesundheitsförderung in Zeiten von COVID-19 mit Thomas Altgeld, Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V., Dr. Ute Teichert, Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf, und Prof. Dr. Reiner Hanewinkel (ehemaliges BVPG-Vorstandsmitglied), Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung.